Kodex für Familienunternehmen
Governance Kodex für Familienunternehmen, Juni 2010
Nicht zuletzt seit Basel II müssen sich auch Familienunternehmen zunehmend an den Erfordernissen der Kapitalmärkte orientieren. Deshalb empfiehlt der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) in seiner Präambel auch nicht-börsennotierten Unternehmen, die Kodexregelungen anzuwenden. Allerdings können Familienunternehmen diese Verhaltensstandards nicht ohne Weiteres übernehmen. Sie unterscheiden sich von börsennotierten Gesellschaften vor allem durch die wesentlich engere Verknüpfung von Führung und Eigentum.
Auf private Initiative wurde deshalb im September 2004 von der Kommission „Governance Kodex für Familienunternehmen" unter Vorsitz von Professor Dr. Peter May der "Governance Kodex für Familienunternehmen" vorgestellt. Dieser ist auf die spezifischen Bedürfnisse von Familienunternehmen ausgerichtet. Er richtet sich in erster Linie an mittelgroße und große Familiengesellschaften mit mehreren Gesellschaftern, wird aber auch für kleine Familienunternehmen empfohlen.
Die mittlerweile 27-köpfige Kommission aus Unternehmern und Wissenschaftlern hat 2010 den Kodex für Familienunternehmen überarbeitet. Die Neufassung ist am 19. Juni 2010 in Kraft getreten und löst den alten Kodex aus 2004 ab. Der als Leitlinienpapier konzipierte Kodex führt Themen auf, die in Familienunternehmen im Sinne einer verantwortungsvollen Unternehmensführung zu regeln sind.
Der neu vorgelegte Kodex wird zudem durch eine Kommentierung ergänzt. Durch diese praktischen Empfehlungen soll der Nutzen des Kodex, insbesondere für unterschiedliche Typen von Familienunternehmen, weiter erhöht werden.
Die Neufassung des Governance Kodex für Familienunternehmen vom 19. Juni 2010 steht hier zum Download bereit.